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Neue Bekanntschaften
1994 | Seb und Liz |Das Haus der Moriartys
#1
1994 | Seb und Liz |Das Haus der Moriartys

Es war das dritte Mal, dass Sebastian bei Jim Zuhause war, aber er konnte sich immer noch nicht ganz an das Moriaty Anwesen gewöhnen. Die größte Wohnung, die er und sein Pa jemals hatten, passte mehr als locker in eines der tausend Schlafzimmer, die es hier anscheinend gab. Er fühlte sich zwar immer ein wenig verloren in den unfassbar großen Räumen, aber es war immerhin besser als alleine Zuhause zu hocken um darauf zu warten, dass sein Vater nach Hause kam. Die letzten beiden Male hatte Jim ihm erklärt, wie die nächsten größeren Manöver ablaufen sollten. Doch heute machte Jim irgendeinen Kram, mit Zahlen und Tabellen und schnell war klar, dass Sebastian keine große Hilfe bei dieser Aufgabe war. Sein Kamerad Jim war dann aber so cool gewesen, ihn an eines dieser Konsolendinger zu lassen. Sebastian war zwar schon einmal in einem Arcade Laden gewesen, doch waren ihm die ganzen tobenden Kinder zuwider gewesen und er konnte sich nie aufs Spielen konzentrieren. Auch hätte er Zuhause nicht einmal daran denken können seiner Vater nach einer Heimspielkonsole zu fragen. Sein Vater meinte, auch wenn er nur ansatzweise etwas von Computerspielen mitbekommen hatte, dass diese doch die Jugend nur verdummten und die fetten Kinder lieber Sport machen sollten. Auch war Sebastian nie so als ob er das Daddeln jemals vermisst hätte, denn Sport hatte ihn immer genug ausgefüllt und ihm auch richtig Spaß gemacht. Aber nun saß er vor einem Monster von Fernseher und nahm den Controller in die Hand. Wenn er schon mal hier war, dann konnte er auch ruhig mal schauen was es mit dem ganzen Kram auf sich hatte. 

Den Fernseher hatte er schon eingeschaltet und da kein Nachrichtensprecher der BBC ihm etwas vorlaberte, war er sich fast sicher dass diese Console angeschlossen war. Er betrachtet den kleinen Controller dieser "SNES", wie Jim diese Heimspieleconsole genannt hatte, und betrachtete ihn. Nach kurzem Betrachten des neuen Werkzeugs fiel ihm ein Knopf auf dem "Start" stand auf, diesen drückte er vorsichtig und blickte schnell auf den Bildschirm. Nichts tat sich. Wieder ging der Blick zum Controller und er versicherte sich das sein Daumen auf dem richtigen Knopf war und guckte wieder auf den Fernseher. Der Daumen drückte jetzt kräftiger aber auch nach kurzem Warten rührte sich nichts. Vielleicht war doch das Kabel nicht richtig eingesteckt, weil er zu doll an dem Kabel gezogen hatte und sobald er den Fehler behoben hatte würde alles problemlos starten, dachte er sich. Also stand er auf und folgte dem Kabel. Als er beim Fernseher angekommen war, entdeckte er eine kleines Fach in dem TV-Schrank der von einer Glasscheibe verschlossen wurde. Dahinter verbarg sich wohl die richtige Spielekonsole. Ein wenig peinlich berührt schaute er sich die eigentlichen Computer an und sofort sprang ihm der Schalter mit der großen Aufschrift "POWER" darunter auf. Er drückte ihn nach oben und zwei Sekunden später johlte der Fernseher in Piepstönen und Brummen.

Wie gebannt starrte er auf das Gewitter an Farben und Bildern, sodass er langsam rückwärts mit dem Controller in der Hand zurück zu seinem Sessel ging. Wo er anfangs nicht wusste was er zu tun hatte, so war ihm jetzt auf einmal instinktiv alles klar. Das spiel hieß "Wolfenstein". So hieß wohl das Schloss in dem er sich dem Titelbildschirm nach wiederfand. Er war ein Soldat, der sich durch ein Nazischloss ballern musste. Ein besseres Spiel konnte es wohl kaum geben. So schlimm konnten diese Videospiele wohl doch nicht sein. Zumindest nicht dieses. Hier konnte man den Nazis geben was sie verdienten. Eine ordentliche Ladung Blei.
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#2
Elisabeth drückte die Zigarette im Blumentopf, der vor der Haustür der Villa stand aus und bedeckte den Stummel mit etwas Erde, während sie den letzten Zug des blauen Rauches aus ihren Lungen entweichen ließ. Es war nicht die Erste und vermutlich auch nicht die Letzte, die dort ihre letzte Ruhestätte finden würde. In den nächsten Tagen würde sie sie unauffällig verschwinden lassen, so wie immer. Auch wenn sie sich fast sicher war, dass sich niemand für diese schlechte Angewohnheit interessieren würde. Doch wozu ein unnötiges Risiko eingehen?

Das junge Mädchen schloss die schlichte weiße Tür auf und hing ihren Schlüssel an den dafür vorgesehenen Haken, ehe sie ihre Schuhe auszog und in das Regal stellte. Als sie mit dem linken Bein auftrat, zog sie kurz schmerzhaft Luft ein. Sie hatte es mit den Grand battements heute wohl ein wenig übertrieben, doch glaubte eigentlich nicht, dass sie sich etwas gezerrt hatte. In ein paar Tagen würde es nicht mehr weh tun und bis dahin musste sie eben aufpassen, dass sie keine falschen Bewegungen machte.

Es war wie immer sehr still im Haus, als sie durch den Flur in die Küche ging um sich ein Glas Wasser zu holen, dass sie in einem Zug leerte. Ihr Blick fiel auf die Uhr. 17:22 Uhr. Um 19 Uhr kam ihr Klavierlehrer und bis dahin wollte sie auf jeden Fall aus ihren Ballettklamotten raus sein und geduscht, doch sie hatte die Partitur noch nicht fertig geschrieben und das hatte jetzt erst einmal Vorrang. Es waren nur noch Kleinigkeiten, die sie ausbessern wollte und wenn sie sich beeilte, würde sie danach noch genug Zeit haben. Sie stellte das leere Wasserglas in die Spülmaschine und zog das Notenheft aus ihrer Tasche hervor, mit dem sie sich dann in Richtung Wohnzimmer aufmachte, aus dem sie leise blechernde Musik hörte, die eigentlich nur von der Spielekonsole kommen konnte. Dieses nervtötende markante Gepiepse konnte eigentlich gar keinen anderen Ursprung haben.

"Jimmy?" fragte sie also noch im Flur und wartete auf keine Antwort. Es konnte eigentlich nur ihr Bruder sein. Ihr Vater war geschäftlich verreist und ihre Mutter war für solche Spielereien nicht zu haben. Jim hatte sie zwar auch noch nie davor gesehen, doch er war eigentlich der Einzige der im Haus, der in Frage kam, also wartete sie keine Antwort ab, sondern brachte gleich ihr Anliegen hervor. "Kannst du dein blödes Spiel auch ohne Ton spielen? Ich muss ans Klavier" sagte sie während sie den Raum betrat. Der Hinterkopf, den sie dort auf dem Sessel zu sehen bekam, gehörte allerdings definitiv nicht ihrem Bruder und auch sonst keinem ihrer Angehörigen. "Hallo?" fragte sie also skeptisch und sah noch einmal in den Flur, doch in diesem Stockwerk war es abgesehen vom Fernseher ziemlich ruhig.

Mit leisen Schritten, betrat sie die Mitte des Raumes, damit sie das Gesicht des Fremden erkennen konnte. Den hatte sie definitv noch nicht gesehen und doch saß er wie selbstverständlich auf dem Sessel und spielte an ihrem Fernseher. Etwas irritiert blickte sie den jungen Mann an, den sie um die zwanzig schätzte. "Entschuldigung" sagte sie höflich aber mit einem etwas gezwungenem Lächeln auf den Lippen. "Ich dachte, Sie wären mein Bruder." Das Spiel war allerdings so laut, dass man ihre Stimme kaum hören konnte. Sie griff also nach der Fernbedienung, um das Gerät leise zu stellen. Von gefühlten 100 Prozent auf etwa 15. "Entschuldigen Sie" sagte sie ein weiteres Mal, auch wenn der Fremde eigentlich zu jung aussah, als das man ihn Siezen musste. Doch es gehörte sich nun einmal, also machte sie es auch so. Sie musterte den jungen Mann, der irgendwie so gar nicht in dieses Haus passen wollte mit seinem T-shirt und seiner verwaschenen Hose. Allerdings gehörte er auch nicht zum Interieur dieses Hauses. "Ich wollte Sie nicht stören. Mein Name ist Elisabeth" sagte sie mit einem freundlichem Lächeln und hielt ihm ihre rechte Hand zur Begrüßung hin, auch wenn man ihr ihre Verwirrung wohl anmerken konnte.
[Bild: OwAIar5F.png]

Goose von Sherlock: In der sich nächst bietenden Gelegenheit wirst du von einer Hausspinne hinterhältig angefallen.

Scherz... Du hast sie irgendwie irgendwo im Hause oder wo immer du grade warst mitgeschleppt und nun krabbelt sie dir über ein unbedecktes Körperteil, sodass du sie bemerkst und entsprechend reagierst.
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#3
Das Jagen von Nazis hatte ihn in seinen Bann gezogen und er wusste nicht ob er hier erst fünf Minuten oder fünf Stunden saß. War auch vollkommen egal, dachte er und metzelte weiter fröhlich vor sich hin. Die ersten Level waren wirklich einfach gewesen und er kam sich wie ein König vor, dass er alles so problemlos niederstreckte. Doch als er in die späteren Ebenen des Spiels kam, wurde es immer schwieriger. Oft musste er sich mit seiner Spielfigur vor den Krauts verstecken um nicht abzukratzen, doch ungeschoren würden sie nicht davon kommen, schwor er sich jedes Mal aufs neue. Je weiter er kam, desto häufiger starb er und musste die Level von neuem beginnen. Und mit jedem Tod stieg ein wenig die Frustration in ihm. Oft fluchte er stumm vor sich hin, als ein Gegner nicht sofort sterben wollte oder quetschte so doll auf den Controller, dass dieser knartschte. Die Lust Nazis zu töten war aber größer, als die Frustration und er musste doch das Schloss Wolfenstein von diesem deutschen Pack säubern. Aufhören war also nicht. Doch wurden die Gegner auch nicht leichter und seine Wut dadurch auch nicht geringer. Sein Körper wurde immer angespannter und er bewegte sich mit der Spielfigur mit, wenn diese nicht so schnell wollte wie er. Aus stummen Flüchen wurden kleine aus ihm herausplatzenden Wortfetzen wie "Scheiße" oder "Wichser", doch das bemerkte er kaum. 

Da er schon, wovon er fest überzeugt war, Profi in diesem Spiel war, wusste er, dass es sich bald dem Ende nähern könnte. Wo er anfangs noch gegen die Wehrmacht gekämpft hatte, stand ihm jetzt die scheiß SS gegenüber. Er bekam auch immer bessere Waffen um sich seinen Weg durch die Nazis zu ballern. Bald könnte er den Bastard erledigen, der ihm diese ganzen scheiß Krauts auf Hals hetzte. Als er gerade in einen Raum mit Dutzenden SS Schergen betrat wurde auf einmal der Fernseher leiser und perplex drehte er sich um. Ein junges Mädchen stand, die Fernbedienung haltend, im Raum und drehte den Ton runter. Als er dann ein zu vertrautes, aber ganz leises Geräusch aus Richtung Fernseher hörte, drehte er schnell den Kopf um, um zu sehen was passierte. Die SS Meute hatte sich auf ihn gestürzt und ihn einfach umgenietet. 

Kurz saß er da mit offenem Mund und musste mit ansehen, wie er einfach starb und dann passierte das, wovor er gebangt hatte. Er hatte sein letztes Leben verloren und musste ganz von Vorne beginnen. Er schleuderte den Controller zu Boden und fluchte lautstark Richtung Fernseher "IHR VERFICKTEN KRAUTS! IHR MIT EUREN WICHS HURENGEWEHREN!" und dann drehte er sich zu dem Mädchen, was ja eigentlich schuld an seiner Misere war "siehst du, was du mir das für ne Scheiße eingebrockt hast? Warum willst du mir in den Stiefel pissen? HÄ?". Er stand schlagartig auf und ging zum SNES und schaltete ihn aus, ging dann kurz vorm Fernsehen unruhig hin und her. 

Als er ein wenig runterkommen war erinnerte er sich, dass sich die Kleine gerade vorgestellt hatte. Scheiße. Er drehte sich zu ihr und sah wie jung und zerbrechlich sie wirkte. Vielleicht war ein wenig forsch gewesen. Sebastian versuchte so ruhig wie möglich zu sprechen, als er sie ansah "Sorry. War nicht so gemeint. Kannst aber nicht einfach so hier reinplatzen und einfach die Flimmerkiste leise machen. Hast doch gesehen, dass ich gespielt hab oder nicht?" ihm fiel wieder auf, dass er sie schon wieder angepannt hatte, also setzte er nochmal an "Scheiß drauf, die Krauts krieg ich noch. Was sagteste, war dein Name?"
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#4
Eine Weile blickte sie den jungen Mann an, zog dabei die Augenbrauen hoch, da er offensichtlich keine Notiz von ihr genommen hatte und es wirklich eine Weile zu dauern schien, bis er sie bemerkte. Das war merkwürdig. Doch dass hier ein Fremder mutterseelen alleine an der sonst eher unberührten Spielekonsole saß, wo sie doch so dringend an das Klavier musste, war ohnehin ungewöhnlich.

Als er den Controller zu Boden schleuderte und zu schreien beginn zuckte sie kurz zusammen, ein weiteres Mal als er das Wort dann an sie wand und sie wütend dafür verantwortlich machte ... das er das Spiel verloren hatte."Ich ... " versuchte sie, aus reinem Reflex, nach einer Erklärung zu suchen, war dann aber von seiner Wortwahl so irritiert, dass sie nur fast schön empört "...entschuldigung?" fragte und ihn  irritiert anblickte. In den Stiefel pissen? Nicht das erste unangemessene Wort, doch das erste, das er ihr persönlich entgegen warf. Sie wusste nicht, was sie darauf erwidern sollte.

Ohne also ein weiteres Wort zu sagen, sah sie dabei zu, wie er nervös vor dem Fernseher auf und ab ging und ihr erklärte, dass sie hier nicht so einfach herein platzen konnte. In ihr eigenes Wohnzimmer. Gut im Grunde genommen, war es nicht ihr persönliches Wohnzimmer, aber sehr viel mehr ihres, als das des Unbekannten. Soviel stand fest.

Eigentlich hatte sie überhaupt keine Zeit für sowas. Und ihr fehlte auch ein wenig Erfahrung in Gossensprache um mit dieser Situation umzugehen. Wieso musste sie das überhaupt? Das war nicht ihre Aufgabe, doch normalerweise befanden sich auch keine Fremden, die mit verwaschenem Akzent Beleidigungen heraus posaunten in diesem Haus. Nachdem er seine Schimpftiraden gegen die deutschen schließlich beendet hatte, schien er sich jedoch ein wenig zu beruhigen und fragte, ob sie ihren Namen wiederholen könnte. Das konnte sie trotz mangelnder Schlagfertigkeit.

"Mein Name ist Elisabeth" sagte sie also und blickte den Fremden noch immer irritiert an und auch ein wenig skeptisch an. "Und sie sind ...?"
[Bild: OwAIar5F.png]

Goose von Sherlock: In der sich nächst bietenden Gelegenheit wirst du von einer Hausspinne hinterhältig angefallen.

Scherz... Du hast sie irgendwie irgendwo im Hause oder wo immer du grade warst mitgeschleppt und nun krabbelt sie dir über ein unbedecktes Körperteil, sodass du sie bemerkst und entsprechend reagierst.
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#5
Sebastian blickte in die irritierten Augen des jungen Mädchens und bekam es ein wenig mit dem Schuldgefühl zu tun. So wie sie ihn da anstarrte war er sich ziemlich sicher das er sie fast zu Tode erschreckt haben müsse. Das mit seiner Wut war schon immer ein Problem gewesen und das kleine Mädchen war nicht das normale Ziel für einen Wutausbruch. Naja aber so schlmm war es wahrscheinlich nicht gewesen. Ein paar Worte hatten noch nie jemanden verletzt. Der einzige der vielleicht einen Schaden davon getragen haben könnte, war der Controller. Kurz guckte er nach dem Controller den er eben mit Schwung mit dem Boden bekannt gemacht hatte, er war aber noch heile. Er hob ihn auf und legte ihn neben die Konsole. 

Das Mädchen, was ihm gegenüber stand, war fast noch ein Kind und eigentlich hatte ihm sein Vater immer gesagt, dass man vor Kindern nicht fluchen sollte, was dieser aber auch immer gekonnt vergessen hatte, hatte er doch den Großteil seiner Sprache von ihm gelernt. Genauso hatte er den Cockney Akzent von ihm übernommen, obwohl er erst seit kurzem in der Stadt lebte wo dieser Dialekt herkam. Fast dachte er, dass sein - berechtiger - Wutausbruch dem Mädchen die Sprache verschlagen hätte, aber dann meldete sich dieses wieder, in einem unfassbar schnöseligem Ton. Sie redete fast so schnöselig wie Jim. Er hatte sich zwar daran gewöhnt, dass Jim immer ein wenig altklug daher kam, aber es hörte sich bei Kerlen auch irgendwie immer schwuchtelig an. Aber so war Jim nun mal: Zwar ein wenig Schwul, aber kein richtiger Schwanzlutscher.

Wie er das Mädchen so ansah, fiel ihm die Ähnlichkeit zu James auf. Er ging einen Schritt auf das jungen Ding zu und streckte ihr die Hand zum Schütteln aus. Ein wenig Manieren hatte ihm sein Pa doch beigebracht. "Ja wie gesagt Sorry. Ich bin Sebastian ein Kumpel von Jim." Er nickte in Richtung Jims Zimmer "Bist du seine Schwester oder so? Der alte hat gar nicht gesagt, dass er sowas wie ne Sippe hat." Jim redete eigentlich nie von Zuhause und Sebastian hatte keinen Plan, wie groß oder klein seine Familie sein mochte. Wenn man von der Größe des Hauses ausging, musste James mindesten zwölf Geschwister haben.
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#6
Da standen sie nun also und starrten sich an. Der merkwürdige ungepflegte Mann, der mit dem West End in dem sie wohnten sowohl von der Aussprache, als auch von der Kleidung und der Ausdrucksweise her kaum etwas zu tun haben konnte, und das Posh-Mädchen, dass gerade vom Ballettunterricht kam. Sie hatte sich noch nicht mal umgezogen. Stand noch da in ihrem magentafarbenen Body, mit dazu passenden Stulpen, der weißen Strumpfhose und dem halbdurchsichtigem schwarzem Röckchen. Die Haare streng zum Dutt hochgesteckt. Zwei Klischees, die kaum unterschiedlicher sein konnten und nun aufeinander trafen. Sie sah dabei zu, wie er den Controller, den er gerade zu Boden gepfeffert hatte wieder aufhob - es kümmerte sie kaum, ob das Ding noch heile war oder nicht - und dann auf sie zu Schritt, um sich schlussendlich doch noch vorzustellen

Noch immer etwas irritiert streckte sie ihm, mit etwas verkrampftem Lächeln auf den Lippen, die Hand entgegen, einfach weil diese Gepflogenheiten so tief in ihr verwurzelt waren, dass sie gar nicht anders konnte. Statt jedoch Freude über die neue Bekanntschaft zu heucheln, zog sie währenddessen erneut die Augenbrauen hoch und wiederholte seine Worte. "Ein Kumpel?" Allein dieses Wort wäre ihr normalerweise nicht über die Lippen gekommen. "...von Jim?" Diese Worte waren das eigentlich erstaunliche an seiner Vorstellung. Ihr Bruder hatte seit sie denken konnte, niemals Freunde mit nach Hause gebracht, er hatte keine Freunde. Er war einfach nicht der Typ dafür. Im Grunde hatte sie mehr Freunde als Jim und selbst das waren eher flüchtige Bekanntschaften, als enge Vertraute. Ganz abgesehen davon, konnte sie sich kaum vorstellen, dass sich Jim mit so einem ... rustikalen Zeitgenossen abgeben würde. Doch das ließ sich ja rausfinden.

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, verließ sie das Wohnzimmer auf dem gleichen Weg, aus dem sie gekommen war und ging in Richtung Treppe, die in den ersten Stock führte, wo sich sowohl ihre, als auch die Zimmer ihres Bruders befanden. "James?" fragte sie mit etwas lauterer Stimme schonmal in Richtung nach oben.
[Bild: OwAIar5F.png]

Goose von Sherlock: In der sich nächst bietenden Gelegenheit wirst du von einer Hausspinne hinterhältig angefallen.

Scherz... Du hast sie irgendwie irgendwo im Hause oder wo immer du grade warst mitgeschleppt und nun krabbelt sie dir über ein unbedecktes Körperteil, sodass du sie bemerkst und entsprechend reagierst.
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#7
Sebastian kam sich in diesem Moment so unglaublich fehl am Platz vor. Bevor er Jim von der Schule abgeholte hatte war er noch eine Runde im Wald joggen. Seine Sachen sahen dementsprechend aus. Die Stiefel hatte er schon vor der Tür ausgezogen doch konnte er seinen Schweiß nicht vor der Tür ausziehen und so war sein eng anliegendes T-Shirt ein wenig durchgeschwitzt. Seine BDU Hose, die Olivgrün war, hatte auch ein paar Erdflecken abbekommen. So stand er da in dem wohl schnöseligsten Haus in ganz London als halber Soldat und gerade Schüttelte er einer Prima Ballerina die Hand. Ihm war klar das es sowas wie Ballett gab aber hatte er noch nie einen Menschen gesehen der diesen Quatsch tatsächlich machte. Mädchen machten ja gerne irgendwelchen seltsamen Kram aber so albern wie die Kleine die vor ihm stand aussah, war es eine ganz andere Nummer.

Sebastian war alles andere als einfühlsam doch fragte er sich was das Mädchen wohl gerade denken würde. Ihm war klar das er von einem ganz anderen Stern kam als Jim und seine Sippe. Das hatte an der Schule immer gemerkt. Er gehörte einfach nicht zu diesen Snobs dazu. Aber das war auch ein Grund warum er Jim so cool fand. Wo die anderen ihn nicht mal mit dem Arsch angeguckt haben so hat Jim ihm immer vertraut. James war zwar ein Weichling aber irgendwie hatte er auch Eier. Doch die kleine die sich als Elisabeth vorgestellt hatte war genau der Typ Mensch der Sebastian eigentlich aus dem Weg ging. Sie war Posh. Durch und durch Posh. Alleine wie sie da schon stand wie Lady Pompadour, Miss "Ich bin so fein ich mache sogar Ballett".

Als sie dann auch noch, anstatt ihm normal zu antworten, ihn verdattert anguckte und fragte ob er wirklich ein Kumpel von Jim sei war er schon ein wenig sauer. Er konnte diese ganzen Leute einfach nicht leiden. Waren sie doch alle besser als er. Dann als sie sich einfach umdrehte und nach James rief ging er ihr sofort hinterher. Ihn konnte man ja einfach so stehen lassen. Als sie dann zu Jim wollte stellte er sich schnurstracks ihr in den Weg. Er machte sich so breit das sie keine Chance hätte an ihm vorbei zu kommen "Hör mal zu Missy." sagte er ihr dann genervt ins Gesicht "James hat mir gesagt das er gerade echt keinen Bock das ihm jemand auf die Nüsse geht. Also mach mal lieber deine Hausaufgaben oder spiel mit deinen Puppen und geh ihm nicht auf die Eier. Ja?".
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#8
Elisabeth wäre vor lauter Elan, in Jims Zimmer zu stürmen und ihn zu fragen, was es mit all dem hier auf sich hatte, fast in den jungen Mann hereingerannt, dessen Größe ihr erst jetzt, wo er direkt vor ihr stand, so richtig bewusst wurde. Diese Situation wäre ihr unter anderen Umständen vielleicht auch bedrohlicher vorgekommen, doch im Augenblick löste sie nur Trotz und Sturheit in ihr aus.

"Hör mal zu, Sebastian" Seinen Namen hatte sie sich gemerkt, auch wenn ihr im Augenblick ziemlich egal war, wer er war. "Du gehst jetzt zur Seite und lässt mich zu meinem Bruder oder verlässt umgehend dieses Haus" Schon als sie die Worte sagte, fiel ihr auf, dass sie beide zum selben Ergebnis führen würden und sie nicht wirklich etwas in der Hand hatte, mit dem sie ihm drohen konnte. Sie konnte nichtmal jemanden dazu bringen, ihn rauszuschmeißen, im Augenblick schienen ja alles ausgeflogen zu sein. Claire war gut darin, Drohungen auszusprechen. Es waren meist leere Drohungen, doch sie zeigten des Öfteren Wirkung. Allerdings glaubte sie kaum, dass sie die gleiche Autorität ausstrahlte, wie ihre Mutter, wenn sie das wollte.

Dann allerdings, fiel ihr auf, was seine Worte zu bedeuten hatten und sie lachte einen kurzen Moment lang auf und musste grinsen. Dieser Junge war ja wohl unglaublich. Hatte er sich doch tatsächlich seinen eigenen Bodyguard zugelegt. Und das hier. In ihrem Haus. Das war ja wohl zum Schießen. Was trieb er da oben nur? Oh, sie musste es einfach herausfinden, ansonsten würde sie keine Ruhe finden.

Vergessen war, dass sie noch immer in ihren verschwitzen Sportsachen hier stand. Und vergessen war, dass ihr Klavierlehrer bald hier auftauchen würde. Jims Geheimniskrämerei hatte schon immer eine hohe Priorität, doch jetzt hatte sie einen Punkt gefunden, der nicht von seinem Wohlwollen abhing. Einen den sie selber beeinflussen konnte, wenn sie sich nur geschickt genug anstellte. Und Himmel, sie konnte sich geschickt anstellen, wenn sie wollte.

Ein kurzes Seufzen entrang sich ihrer Kehle und sie schloss für einen Moment die Augen. "Entschuldige, du hast recht" sagte sie und trat einen Schritt zurück um zu verdeutlichen, dass sie nicht vorhatte, noch einmal zu versuchen, die Treppe heraufzugehen. "Ich wusste nicht, dass Jim beschäftigt ist" Das Wort "beschäftigt" betonte sie hierbei besonders. Als wüssten sie beide genau, was es zu bedeuten hatte. Sie hoffte, dass er es wusste. "Einen Tee, während wir warten?" Tee half immer und gegen alles. Das hatte schon ihre Großmutter gewusst.
[Bild: OwAIar5F.png]

Goose von Sherlock: In der sich nächst bietenden Gelegenheit wirst du von einer Hausspinne hinterhältig angefallen.

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#9
Wie er in der Tür stand war Sebastian bewusst wie er auf andere wirkte. Er wusste das er eine ziemlich einschüchternde Statur hatte, damit spielte er auch gerne. War er auch immer der Außenseiter gewesen so hatte sich aber keiner getraut ihn zu hänseln, war doch die Gefahr auf die Schnauze zu kriegen zu groß. War es wohl umso beeindruckender für diesen kleinen Drops vor ihm gewesen. Doch traute sie sich ihm eine Drohung entgegen zu werfen. Wäre sie nicht diese kleine zerbrechliche Mädchen gewesen dann hätte es jetzt den ersten Schlag in die Fresse gegeben. Danach war eigentlich immer Ruhe und er konnte danach in aller Ruhe alle Bedingungen stellen. Doch sah die Sache bei Frauen, beziehungsweise wie in diesem Fall Mädchen, immer ein wenig anders aus. Klar würde er auch einer Frau ins Gesicht schlagen wenn es sich nicht anders vermeiden lies, aber hier war es noch nicht soweit gekommen. Sie hatte ja noch nicht die unsichtbare Linie überschritten. Vielleicht war es ein wenig unfair von ihm das er die Linie nie vorher zog und dann einfach irgendwann Brutal wurde aber naja, das war nun mal ein Risiko mit dem man leben musste, zumindest die Anderen. 

Ihr kurzes Lachen war aber kurz davor die Linie zu überschreiten. Sebastian lachte man nicht aus. Nicht ohne eine gebrochene Nase als Andenken zu bekommen. Doch das war vermutlich Jims kleine Schwester und irgendwie hatte sie ja das Recht hier zu sein. Aber das was sie wollte war einfach nicht drin. Worte sollten vielleicht seine erste Entscheidung sein "Ich gehe wenn Jim fertig ist oder wenn mir es passt. Verstanden?" das sollte der kleinen erst mal genug als Antwort reichen. Geschah der kleinen Prinzessin auch ganz recht so wie sie sich hier aufspielte. War gerade erst eingeschult worden und wollte ihm sagen was er zu tun und zu lassen hat. 

Doch dann entschuldigte sie sich. Das war auch besser so. Vielleicht war eben nur ihr weibischer Wahnsinn mit ihr durch gegangen. Frauen hatten sich ja selten unter Kontrolle, aber dafür waren ja Männer wie er da. So wollte er auch nicht so hart mit ihr umgehen. Hatte sie ja eingesehen das er Recht hatte. Sie bot ihm sogar eine Tasse Tee an. Da waren sich wohl alle Engländer einig, egal ob diese schnöseligen Posh oder die hart arbeitenden Cockney, das nichts über eine gute Tasse Tee ging. Da er gerade sowieso keinen Bock hatte sich noch mal durch das ganze Schloss Wolfenstein zu ballern konnte er auch nichts dagegen einwenden "Klar ne Tasse Tee klingt doch gut." sagte er ganz entspannt und machte ein wenig platz damit sie beide dann in Richtung Küche gehen konnten. "Dein Bruder kommt später noch runter und dann kannste ja mit ihm Quatschen ok?" vielleicht wollte das kleine Mädchen ja nur mit seinem großen Bruder reden, Mädchen halt.
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#10
Oh Jim. Innerlich schüttelte Elisabeth den Kopf. Das konnte ja wohl nicht sein ernst sein, dass er diesen zwar einfachen, aber durchaus einschüchternden, Mann hier abstellte, damit er in Ruhe seinem Zeug nachgehen konnte. Was immer das auch war. Sie wusste nur, dass es etwas war, dass vor aller Augen geheim gehalten werden musste und genau das war das Problem. Mit Geheimnissen konnte sie nicht umgehen. Das hatte sie noch nie gekonnt und sie hatte fast das Gefühl, dass Jim ihr all diese Sachen absichtlich vorsetzte, nur um sie in den Wahnsinn zu treiben. Als würde er wollen, dass sie alles daran tat herauszufinden, was er da oben machte.

Ihr Bruder war schon immer etwas eigenwillig gewesen. Kein großer Freund von sozialer Interaktion. Still und in sich gekehrt. Ihre Eltern konnten wenig damit anfangen, doch solange er weiterhin gute Noten nach Hause brachte und man mit ihm vor anderen angeben konnte, war das wohl in Ordnung. Er schaffte es inzwischen besser, sich dem zu entziehen, als sie, was im Grunde ziemlich verdreht war, wo er doch viel lieber im Mittelpunkt stand als sie. Und nun schleppte er einen schmutzigen Fremden in ihr Haus.

"Verstanden!" sagte Elisabeth ohne den geringsten Zweifel in ihren Worten aufkommen zu lassen und nickte zur Bestätigung. Das Zeitfenster, dass sie hatte um etwas rauszufinden war klein, denn sie war sich sicher, dass Jim seinem neuen "Freund" schnell erklären würde, dass sie das alles nichts anging, wenn er sie hier unten zusammen sah. Doch noch war er ja beschäftigt und das würde sie nutzen. Die Frage nach dem Tee bejahte er, wie es vermutlich jeder Brite getan hätte. Es war ja auch schon Teezeit. "Sehr schön, ich setze gleich das Wasser auf. Begleitest du mich in die Küche?" fragte sie mit einer Stimme die deutlich freundlicher war, als zuvor und vielleicht fast schon ein wenig übertrieben.

Die Küche bestand aus einer größen langen Theke, die sich um vier Wände des Raumes zog und war schlicht aber modern. Die Türen waren von glänzendem weiß, während die Oberfläche der Theke in einem schwarz glänzte, auf dem man jeden Fettfleck sofort sehen konnte, doch hier gab es keine Fettflecken und darum ging es vermutlich irgendwie. "Milch oder Zitrone?" fragte sie während sie den Wasserkocher befüllte und sein leises brodelndes Geräusch den Raum füllte. Auf Zehenspitzen griff sie nach einem Tablett und platzierte das Teegeschirr darauf, währen sie auf eine Antwort wartete.

"Also, Sebastian ..." begann sie und lehnte sich mit dem Rücken ein wenig gegen die Theke. "Woher kennst du meinen Bruder?" Diese Worte klangen weniger nach dem Verhör, dass sie eigentlich waren, als nach einem lockeren Gespräch.
[Bild: OwAIar5F.png]

Goose von Sherlock: In der sich nächst bietenden Gelegenheit wirst du von einer Hausspinne hinterhältig angefallen.

Scherz... Du hast sie irgendwie irgendwo im Hause oder wo immer du grade warst mitgeschleppt und nun krabbelt sie dir über ein unbedecktes Körperteil, sodass du sie bemerkst und entsprechend reagierst.
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