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It's just like Skins
1993 | Jim, Seb, Liz | zunächst das Anwesen der Moriartys, später eine Party in der Nähe
#1
1993 | Jim, Seb, Liz | zunächst das Anwesen der Moriartys, später eine Party in der Nähe 


„Zwei Aufgaben heute, Sebastian.“, sagte Jim und hob zwei Finger in die Luft, ohne nur einmal den Angesprochenen anzusehen und gab dem Bürostuhl, auf dem er saß, einen Schwung in Richtung eines schmalen, schwarzen Aktenschranks. Aus der Brusttasche seines schwarzen Hemds fischte er einen kleinen Schlüssel hervor und schloss die dritte Schubladen von unten auf, nahm eine weitere, silbergraue Kiste heraus und legte sie sich auf den Schoß, bevor er einen weiteren Schlüssel von Glasschreibtisch nahm und auch diese aufschloss.
„Wie nicht anders zu erwarten, ist Nummer eins die armen, reichen Kinder der Londoner Führungskräfte mit etwas zu versorgen, was ihnen das Gefühl gibt, nicht ganz so unbedeutend zu sein.“ Bei diesen Worten verzog sich seine Miene zu einem süffisant-unamüsiertem Grinsen und er hob die schmalen, geschwungenen Augenbrauen höhnisch.


Er zog mehrere durchsichtige Tütchen aus der Kiste. In jedem exakt zweieinhalb Gramm schneeweißes Kokain. Penibel genau abgemessen und luftdicht verpackt. Rein, das war wichtig. Kaum gestreckt. Zumindest nicht so, dass diese Ratten in Menschenkörpern etwas bemerken mussten. Wer Geld machen will, muss Geld ausgeben, sagte Rupert Moriarty immer und auch wenn es Jim nicht gern zugab, so hatte er hier doch recht. Das aufkeimende Imperium James Moriartys konnte nicht auf Dreck aufgebaut werden. Sein Name stand für Qualität.
Die langen, feinen Finger zählten zehn der Zellophan-Tütchen ab, schwebten dann noch eine Sekunde über der Kiste, bevor sie nochmals drei herauszogen. „Vierundvierzig Pfund eins, bei zwei achtzig. Weitere geben keine Vergünstigung. Der Kurs ist gut, keine Diskussionen, kein Handeln. Nicht mehr als drei pro Kunde, der neue Stamm darf nicht sofort krepieren.“ Er warf Sebastian die Tütchen zu, wartete erst gar nicht ab, ob dieser sie auffing und wandte sich sofort einer Liste auf seinem Schreibtisch zu, wo er begann Zahlen in Kolumnen einzutragen, andere auszustreichen und in kleinen Lettern die Preise daneben zu schreiben, die er gerade genannt hatte.
„Naja - noch nicht.“, setzte Jim in dem ihm eigenen Singsang hinterher und strich eine Spalte mit Nachdruck komplett aus.
„Was uns zu Aufgabe zwei bringt.“, hob er wieder an und lächelte.


Erst jetzt drehte er den Bürostuhl so, dass er seinem Gegenüber ganz zugewandt war und ließ seinen Blick über ihn gleiten. Er betrachtete den um zwei Jahre älteren Jungen, der im Vergleich zu ihm aber deutlich älter wirkte. Das militärisch-kurze, blonde Haar, das kantige Gesicht, die Breite der Schultern, die sich unter der Kleidung abzeichnenden Muskeln. Die Augen. Jim senkte den Kopf und fixierte Sebastian von unten herab, mit einem langen, dunklen Blick und einem kalten Grinsen, das die Mundwinkel umspielte, und das so gar nicht zu einem fünfzehnjährigem, blasiertem Jugendlichen passen wollte.
„Dustin Jakobs.“ Jim spuckte diesen Namen beinah aus. „Ach, ist er nicht groß-ar-tig?“ Seine Stimme wurde dunkler und es drückte sich mehr von dem dicken, irischem Akzent durch. „Ein grooooßartiger Athlet. Ein Ladiesman, sagt man sich. Gutaussehend, wohl wahr.“ Mit einem Mal fiel das Lächeln von Jims Gesicht ab, die Hand, in der er noch den feinen Füllfederhalter hielt verkrampfte sich um ihn herum und begann weiß zu werden.
„Ein Jederman-liebt-ihn-Typ.“
Der Stift wurde mit einer plötzlichen Bewegung und einer Kraft, die man diesem zierlichen, blassen Jungem nicht zugetraut hatte, in die lederne Armlehne des Sessels gestoßen. „Ich möchte, dass bald alle darüber reden können, wie großartig er ist.“ Der Stift bohrte sich weiter in das Leder, bis es ein kleines Geräusch machte und riss. „Und welche Tragödie es ist, dass er nun im Koma liegt und nur noch großartig durch eine Sonde Nahrung bekommt.“


Jim lächelte erneut, doch diesmal erreichte es auch seine Augen, ließ sie kühl aufblitzen. „Du verstehst, was ich dir sagen will, Basher?“


Jakobs hatte Jim einen Freak genannt. Noch schlimmer: Er hatte über ihn gelacht. Er würde sich glücklich schätzen, wenn er in ein paar Jahren wieder „Mama“ sagen konnte. Jim richtete sich auf, ließ die Halswirbel ein paar Mal geräuschvoll knacksen, zupfte zufrieden und entspannt den Stift aus dem Bürostuhl und besah sich das Loch, das dieser dort hinterlassen hatte, strinrunzelnd. „Schade.“, kommentierte er schulterzuckend und warf den Füllfederhalter in einem hohen Bogen in den Papierkorb neben ihn.
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#2
Solche Abende waren ganz nach Sebastians Geschmack. Jim hatte einiges geplant und er hatte was zu tun. Sie waren in Jims "Büro" und dieser erklärte gerade wie sie heute Abend vorgehen würden. Jim wusste einfach wie man plant und Sebastian musste einfach nur sein Spezialgebiet ausüben. An sich war der Plan so einfach wie es nur gehen konnte, den reichen Kindern Drogen verkaufen. Mathe war zwar nie Sebastians Lieblingsfach gewesen aber ein bisschen Plus rechnen beherrschte er schon. Jim warf ihm, ohne ihn anzusehen, die kleinen Tütchen zu und er fing diese gekonnt aus der Luft und steckte sie Wortlos in die Innentasche seiner Jacke. Die einzigen die zu diesem Ort Zugang hatten waren er und Jim, kein anderer würde es sich trauen ihn zu filzen oder bestehlen zu wollen und wenn doch dann würde er diesem zeigen warum das gerade eine ganz dumme Entscheidung war.

Er solle keinem mehr als drei Tütchen verkaufen, für Einsteiger eine gute Idee. Diese Snobs dachten immer das sie alles konnten und ihnen nichts passieren könne. Zu beschützt war ihre Welt. Es gab keine Gewalt, keinen Hunger und schon gar keine harte Arbeit. Was konnte ihnen dann schon ein wenig Koks antun. Wie er und Jim wussten, eine ganze Menge. Das Kokain war fast pur und war nur kaum gestreckt und wenn dann so ein Posh zu viel auf einmal nahm ging es meistens recht schnell. Der Idiot der sich für so hart hielt das er mehr als seine Freunde schniefen konnte, war ganz schnell weg vom Fenster und da seine Freunde fast so high waren wie er selbst da konnte ihm auch keiner helfen. Wenn die ersten wieder halb klar im Kopf waren ist der Held der mehr kann als alle anderen schon längst kalt.

Sebastian beobachte wie Jim seine Bücher aktualisierte und wartete gespannt was denn die von ihm angekündigte zweite Aufgabe sei. Er stand vor ihm in der Army Grundstellung, so stand er immer wenn sie etwas planten und Jim alles zusammenfasste. Jetzt drehte sich sein junger Kamerad zu ihm in seinem riesigen Sessel zu ihm um. Die zierliche Gestalt wirkte für Sebastian fast verloren in dem großen Bürostuhl. Viele machten den Fehler Jim auf seine Größe und sein Aussehen zu beschränken. Er wirkte zwar wie ein Schwächling war aber das Gegenteil von einem. Deswegen verstanden sie sich wohl auch recht gut. Sebastian sah nicht den kleinen zierlichen Jungen und Jim sah mehr als nur den schlechten Schüler. 

Jim setzte einen Blick auf den Sebastian nur allzu gut kannte, dieser Blick versprach körperliche Arbeit. Als Jim einer seiner zynischen Monologe hielt musste Sebastian leicht lächeln. Er sprach von einem beliebten Junger aus der Schule, Dustin Jakobs. Sebastian wusste sofort wen er meinte. Jeder kannte Dustin und wie Jim schon sagte hatte er alles was ein Junge brauchte um beliebt zu werden. Er wusste nicht warum Jim wollte das dieser Justin eine Abreibung verdiente aber es würde schon seine Gründe haben. Es gab immer einen Grund, entweder hatte ihm irgendjemand ans Bein geschissen oder stand ihm "geschäftlich" im weg. So oder so war es für Sebastian überhaupt kein Problem sich um ihn sehr gründlich zu kümmern. "Soll es Zeugen geben oder soll er ganz überraschend einen ganz schlimmen Unfall gehabt haben?" fragte er. Sebastian wusste nicht ob es eine Lektion für Dustin persönlich sein sollte ober eine Botschaft die jeder verstehen sollte.
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#3
Jim auf bei Sebastians Worten, kurz und bellend, und fuhr mit dem Finger über das Loch in der Armlehne. 
"Du denkst mit, sehr gut.", kicherte er, und obwohl es wie ein Lob klang, so haftete Jims Stimme doch immer etwas hämisches an, immer etwas herablassendes. 
Er stand auf, klappte das Buch, in dem er zuvor herum geschrieben hatte ruckartig zu und warf es in den schwarzen Aktenschrank. Dann nahm er das Silberdöschen in dem er das Kokain aufbewahrte und legte es daneben, schob die Schublade sanft zu und schloss ab. 

Kurz hielt Jim inne und sah sich mit hochgezogenen Augenbrauen im Zimmer um. Der Raum war groß, besaß kunstvoll verzierte, mannshohe Fenster mit langen, weißen Vorhängen und alten Parkettboden, hohe Decken und Stuck in den Ecken, aber er war sehr karg eingerichtet. Ein großes Bett, ein noch größerer Glasschreibtisch, ein Ledersessel, ein Kleiderschrank. Neben den Fenstern erstreckte sich ein gut gefülltes Bücherregal über die gesamte Wand. Ansonsten gab es nur mehrere, schwarze Aktenschränkchen. Alle waren sie identisch - gleich groß, gleich breit, alle mit explosiven Geheimnissen gefüllt. Keine Bilder oder Poster waren an den Wänden; Das Einzige, das man fand, waren mehrere handgeschriebene Zettelchen, auf denen codierte Dinge standen wie "K. -9.oo -> 78/3" , ein gerahmtes Bild der Noten für Geige der Toccata und Fugue von Bach in D-minor und eine Tafel, auf der verschiedene Linien ein wildes Muster ergaben.
Jim wanderte zum Bücherregal herüber und fuhr suchend mit dem Finger die Buchrücken entlang, bevor er fand, was er suchte. 
Er kippte ein unscheinbares, schmales Heft, das zwischen Dostojewski und einem Chemie-Buch eingeklemmt war, heraus und schlug es auf. In ihm war eine Aussparung, exakt für den verbliebenen Schlüssel, den er in der Hand hielt.

"Na, sind wir heute auf Krawall aus, Tiger?", schnurrte Jim dunkel und legte den Schlüssel mit einer Bewegung, die wohl fast schon liebevoll aussah, in das Heft, bevor er es zurück an seinen Platz schob.
"Nein. Keine Zeugen. Es ist nicht mal von Nöten, dass Jakobs es mitbekommt."
Jim wollte keine Zeugen. Das hier war kein Exempel, das statuiert werden musste. Er musste niemand zeigen, was er konnte und er musste auch keine Gerüchte streuen. Er musste sich keinen Ruf machen. Hierbei nicht. 
Er wollte Jakobs einfach Schmerzen zufügen. Mehr nicht. Er wollte ihn einfach nur ... zermalmen. 

Jim drehte sich zu Sebastian um und musterte ihn kurz, um ein ungefähres Gespür dafür zu bekommen, wo er die Tütchen versteckt hatte. "Obwohl.", setzte Jim gedankenverloren an, brach ab und ließ den Satz in der Luft hängen.
Er drehte sich auf dem Absatz um, nahm den schwarzen Mantel vom Bett und schlüpfte in einer flüssigen Bewegung hinein. "Obwohl - doch. Jakobs soll es mitbekommen." Jim, der gerade im Begriff gewesen war, seinen Mantel zuzuknöpfen, hielt inne und lächelte versonnen, als würde er gerade an etwas Schönes denken. "Er soll es mitbekommen."
Der Fünfzehnjährige wanderte zur Tür, befühlte kurz mit geschlossenen Augen den kühlen Messinggriff und sah Sebastian dann lange an. 
"Bereit?"
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#4
Grinsend besah Elisabeth ihr Spiegelbild, als sie ihre Augen schwarz umrandete und sich frisierte. Das Frisieren unterschied sich deutlich von dem, was sie sonst tat, wenn sie das Haus verließ. Statt eines strengen Dutts, oder eines geflochtenen Zopfes würde sie das Haar heute offen tragen und toupieren, damit es ein wenig unordentlicher aussah. Tatsächlich, gefiel sie sich so ausgesprochen gut, auch wenn die überschminkten Augen ursprünglich nur dazu gedacht waren, sie älter aussehen zu lassen, als sie war, was bei ihrem kindlichen Gesicht gar nicht so einfach war.

Sie trug eine Netzstrumpfhose und darüber nur eine sehr kurze dunkle Shorts, deren Jeansstoff an den Enden ausfranste, weil sie sie einfach abgeschnitten hatte. Darüber ein top mit Wasserfallschnitt, welches an den Seiten so ausgeschnitten war, dass man ihren Bh sehen konnte und sich am Rücken mehrfach überkreuzte. Nur um ganz sicher zu gehen, zog sie einen langen Mantel darüber, falls sie auf dem Weg zum Auto jemandem über den Weg lief, doch das tat sie nicht.

Ian hatte zwei Straßen weiter geparkt und wartete dort auf sie. "Wo ist dein Bruder?" fragte er sie irritiert, als sie sich links neben ihn in den Wagen setzte. Sie hatte ihm erzählt, dass ihr Bruder den Weg zur Party kannte. Sie war auch fest überzeugt davon, dass er das tat, doch sie hatte nie behauptet, dass er und sie in dem selben Wagen dorthin fahren würden. "Warte einfach einen Moment" sagte sie also nur ohne ihn anzusehen und zündete sich eine Zigarette an.

Das würde einfach fantastisch werden, nahezu großartig. Jim und Sebastian waren weitaus weniger geheimnisvoll als sie immer taten. Sie konnten zwar dafür sorgen, dass sie von ihnen nichts erfuhr, das bedeutete aber noch lange nicht, dass es keine anderen Quellen gab, die man ausfindig machen konnte und die sie selbstredend ausfindig gemacht hatte. Die letzten Wochen hatte sie kaum etwas anderes gemacht, als sich an Mitschüler in seinem Alter zu hängen, so war sie auch an Ian gekommen, der wohl irgendwie davon ausging, dass sie zusammen waren. Allerdings glaubte er auch, dass sie bereits 16 war. Na, sollte er glauben was er wollte, es würde sich schon irgendwann klären. "Hast du was dabei?" fragte sie ihren Fahrer, der jedoch verneinte, was sie unzufrieden seufzen ließ. Kokain war eigentlich schon die einzige Gemeinsamkeit, die die beiden teilten, aber wenn das heute Abend eine richtige Party war, dann würde es dort etwas geben. Geld hatte sie jedenfalls genug dabei.

Elisabeth stieß amusiert die Luft raus. Gott, es war wirklich nicht schwer gewesen, herauszufinden, wo die beiden heute hingingen. Jeder der auch nur ansatzweise etwas von sich hielt, würde auf dieser Party sein und Jim hielt nun mal ziemlich viel von sich. Das war schon immer so gewesen. Vorfreudig hibbelte Elisabeth auf dem Sitz herum, bis schließlich ein Auto aus ihrer Straße kam. "Das ist er, fahr ihm einfach hinterher, Ian" wies sie den älteren an, der ihrer Anweisung, wenn auch etwas irritiert folgte. Das würde sicherlich ein sehr spannender Abend werden
[Bild: OwAIar5F.png]

Goose von Sherlock: In der sich nächst bietenden Gelegenheit wirst du von einer Hausspinne hinterhältig angefallen.

Scherz... Du hast sie irgendwie irgendwo im Hause oder wo immer du grade warst mitgeschleppt und nun krabbelt sie dir über ein unbedecktes Körperteil, sodass du sie bemerkst und entsprechend reagierst.
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#5
Wer Jim nicht kannte mochte schnell denken das er einem immer von ober herab behandelte das war aber einfach seine Art gewesen. Anfangs musste sich Sebastian auch erst daran gewöhnen aber jeder hatte eben seine Macken. Sebastian wusste wie er es meinte, er hatte genau so eine Vorfreude wie er selbst. Solche Abende waren einfach ihr Ding, sie beide konnten aufblühen und mit ihren Fähigkeiten alles bestimmen. 

Jim fragte ihn ob er auf Krawall aus war und vor anderen hätte er das verneint. Nicht jeder nahm es so gut auf wenn man Spaß daran hatte sich zu prügeln, doch genau so einer war er nun mal. Nichts war so spannend und aufregend sich einem anderen im Kampf zu stellen und am besten hatte man noch mehrere Gegner. Wozu sonst hätte ihm sein Vater all das beigebracht. Man sagte zwar immer das Kampfsport nur zu Selbstverteidigung gedacht sei aber jeder wusste das dass Quatsch war. Es ging darum anderen überlegen zu sein und das ganze "Wir sind doch so zivilisiert als Menschen geworden" war etwas was eine weichliche Schwuchtel sagen würde. Er wusste das es viele Feiglinge gab die vor jedem Gegner fliehen würde, doch er nicht. Jim hatte das auch verstanden. Die Welt wird von denen regiert die sie sich nehmen. Jim hatte seinen Kopf und Sebastian die passenden Muskeln. "Naja ein wenig Krawall hat noch nie gestört oder?" fragte er erhielt aber schon eine andere Antwort. Keine Zeugen und am besten sollte selbst Dustin nicht wissen warum er denn durch einen Schlauch Atmen musste.

Sollte ihm auch recht sein. Das hatte seine ganz eigene Herausforderung. Zuerst würde er Jakobs ein wenig verfolgen, ihm ein Schatten sein, um seine täglichen Pflichten zu studieren. Dann irgendwann wenn er nicht damit rechnete... ZACK.. Naja was ZACK war wusste er jetzt noch nicht genau war aber da fand sich immer etwas. Gerade bei diesen reichen Kindern mit ihren ganzen Hobbys war es einfach etwas zu finden wo sie angreifbar waren. Dabei dachten sie doch immer alle das sie so unberührbar wären. 

Doch dann änderte Jim seine Meinung. Sein kleiner Feind sollte es ganz genau mitbekommen was passiert. Da brauchte es auch weniger Vorbereitung. Sebastian würde ihm einfach irgendwo auflauern wenn er alleine war und ihn, natürlich vermummt, die Knochen neu sortieren. Wie er hörte wie Jim sich darauf freute musste er kurz schmunzeln. Ab und zu dachte Sebastian darüber nach ob er vielleicht zu brutal war aber da merkte er das Jim der wirklich brutale der beiden war. Sebastian war nur der Mann fürs Grobe, nicht der die Ziele aussuchte. Aber sie hatten ja beide etwas davon. Jim konnte sich 100% sicher sein das dass was Sebastian sagte auch passierte und Sebastian bekam ordentlich Kohle dafür. 

"Kein Problem Jim. Ich achte drauf das er so lange wie möglich bei Bewusstsein bleibt." ein kurzer Gedanke das er vielleicht doch zu brutal sei durchfuhr ihn aber dann dachte er daran das dieser Knabe bestimmt viel Scheiße am stecken gehabt haben müsse damit Jim ihm das antun wollte. 

Als Jim ihn fragte ob er denn bereit sein klopfte er kurz auf die Seite der Jacke wo er eben noch das ganze Koks verstaut hatte "Bereit." sagte er kurz und kramte in seiner Hosentasche rum und holte einen Autoschlüssel heraus und hielt ihn hoch um zu zeigen das sie jeden Moment los könnten. Sebastian ging mit Jim zum Auto und nahm sofort hinter dem Steuer platz. Das Auto war eine "Leihgabe" aus den Fuhrpark der Familie Moriaty. Ein ziemlich teurer Jaguar. Sebastian hatte sofort gefallen an dem leistungsstarken Gefährt gefunden. Gerne ließ er den Motor aufheulen und so ähnlich zu klingen wie die Namensgebende Raubkatze. Ohne lange zu warten fuhr er los und steuert zielsicher zu der Party bei der sie ihren ganzen neuen Kunden kennen lernen sollten.
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#6
Zweiundvierzig Minuten waren sie gefahren. Jim hatte die leuchtende Anzeige im Auto genaustes im Blick behalten. Als Sebastian den Wagen in die geschotterte Auffahrt einlenkte konnte man schon die Lichter im und um das Haus erkennen. Der Scheinwerferkegel streifte ein Gebüsch und aus dem Augenwinkel sah Jim zwei paar Nackte Beine herausragen.
Er gab ein missbilligendes Schnaufen von sich und gähnte. Teenager waren ekelerregend, und das obwohl er selbst einer war. Aber er war nicht so wie sie. War er niemals gewesen und würde er niemals sein. Er war wie das Meer: Kalt und tief und beinah unendlich, und er bestimmte Ebbe und Flut.

Seb parkte das Auto neben den anderen, offensichtlich teuren Autos, und sie stiegen aus.
"Nun.", sagte Jim und zog eine Schachtel Zigaretten aus seiner Manteltasche, klemmte sich eine zwischen die Schneidezähne und zündete sie mit dem alten, und sicherlich wertvollem Gasfeuerzeug seines Großvaters an. Ein geschwungenes M war darauf zu sehen.
Er nahm einen tiefen Zug, behielt den Rauch kurz in den Lungen und sah das Haus empor. Drei Stockwerke, in jedem brannte Licht. Es schien nicht so groß zu sein wie das seiner Familie. Er hörte durch die gedämpfte Musik, die durch die gekippten Fenster drang und das Lachen und Kreischen der Gäste, ein Klatschen wie von jemanden, der ins Wasser sprang. Einen Pool gab es also auch. Jim legte den Kopf nachdenklich schief und stob den Rauch aus der Nase wieder aus.
"Ich denke, dreissig Minuten um sich einen Überblick zu verschaffen. Maximal eineinhalb Stunden um das Geschäft zu erledigen." Sie würden ihnen die kleinen Zellophantüten aus den Händen reissen, da war sich Jim sicher. Soviel war inzwischen bekannt - Drogen, die durch Moriartys Hände gegangen waren waren gut. Sehr gut. "Ziel Nummer Zwei ist zur Zeit nicht einschätzbar.", zischte er nach einer Pause, in der er nochmal an der Zigarette zog. Sein Gesicht verdunkelte sich und das Glimmen der roten Spitze leuchtete das blasse Gesicht mit den feinen Zügen so seltsam aus, dass die Augen wie schwarz wirkten, in tiefen Höhlen, und die Wangenknochen markant hervorstachen.

"Naja." Jim richtete sich ruckartig auf und zuckte unbeschwert die Schultern. "Man soll sich beim Spaß nicht hetzten, richtig Tiger?" Er drehte den Kopf und feixte seinem besten Mann zu. "Ich bin heute in guter Laune. Spielen wir ein Spiel."
Jims Augen begannen zu leuchten.
"206 Knochen stecken in diesem Geschwür von Mensch - also im biologischen Schnitt. Sagen wir ... fünf Pfund pro Knochen, den du brichst. Das macht bei 206 - die du, mit Verlaub, nicht alle erwischen werden kannst - doch ein stolzes Sümmchen. 1030 um genau zu sein." Jim lächelte und offenbarte eine Reihe weißer Zähne, die  im Licht des Hauses glänzten. Jim wusste, dass Sebastian, obwohl er immer recht ruhig und etwas dumpf wirkte, in Wahrheit anders war: Er war scharf und gefährlich wie ein Messer, hatte eine bemerkenswerte Präzision, viel Kraft - und vor allem, kaum Skrupel. Er war wie gemacht für Jim. "Ein kleiner Zeitvertreib. Und du tust noch etwas für deine Anatomie-Kenntnisse.", höhnte Jim und lachte.

Er trat die Zigarette am Boden aus und betrat das Haus. Die doppelflügelige Tür stand offen, und die Musik wurde lauter. Gerade begonnen die ersten Takte von "No Limit". Jim verfluchte sich still dafür, tatsächlich in einer Zeit geboren worden zu sein, die solche Dinge wie "Euro-Trash" herausbrachte. Trash, schon im Titel. Ein Grauen. Aber es war nicht anders als erwartet; Jim bekam mal wieder die Bestätigung, dass er besser war als sie. Aber, setzte er seufzend im Geiste nach, es war auch nicht schwer, besser als Menschen zu sein, die Euro-Trash hörten. 

Sie blieben kurz im Hauseingang stehen, bevor Jim nach rechts abbog, in die Richtung, in der er das Wohnzimmer vermutete. 
"Yo! Yo, James! Und da ist ja auch Seb! Wie immer zusammen, ha? Die Untrennbaren, haha." Ein Junge namens Collin bog um die Ecke, in der einen Hand ein Bier, in der anderen ein Mädchen, das Jim noch nie gesehen hatte. Collin gehörte zu ihren Kunden - nur deshalb tat er so vertraut. Er war ein exaktes Abziehbildchen von Dustin Jakobs. Jim machte ein Gesicht, das sowohl als erkennendes Zunicken, als auch als angewidertes Zucken interpretiert werden konnte.
"Kooommt, kommt, setzt euch!", lud Collin sie ein und gestikulierte mit der Hand, in der er das Bier hielt zu einer großen Couch neben der ein paar Sessel und ein Wohnzimmertisch standen. Einige Gäste tanzten davor, andere lungerten auf der Ledercouch herum und unterhielten sich. Es roch nach Alkohol und zuviel teurem Parfüm.
Jims Blick scannte die Umgebung, vor allem den Tisch. Er konnte keine weißen Spuren ausfindig machen, das war gut. Das hieß, die Meute war ausgehungert und würde sich nur so auf ihn stürzen.
"Wollt ihr was? Ich hab Bier, Wein, aber auch den guten Suff - meine Eltern haben die Minibar aufgelassen, bevor sie verreist sind.", bot Collin an und zeigte auf eine kleine Minibar, die in die Wand eingelassen war.
It is not my intention to be fulsome, but I confess that I covet your skull.
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#7
Gott, die Fahrt zog sich wie zähes Kaugummi und sie rauchte währendessen sicher ihr halbes Zigarettenetui leer. Fast bekam sie Zweifel daran, dass Seb und Jim wirklich dorthin fuhren, doch als sie in ein teures Villenviertel abbogen zerstreuten sich diese wieder. Vielleicht hatte es seine Gründe, dass die Party bei jemandem stattfand, der so weit weg von der Schule lebte. Ihr jedenfalls war das ganz recht. So lief sie keine Gefahr, jemanden zu treffen der sie auffliegen ließ.

Elisabeth war stets darauf bedacht, dass Ian nicht zu nah an die beiden heranfuhr, als das Auto, einige Zeit später, als das ihres Vaters, aber schließlich auf den Parkplatz rollte konnte sie es kaum erwarten die Türen aufzureißen und herauszuspringen. Ian begab sich gleich zur Eingangstür und verschwand dahinter, wohl weil er dachte, dass sie direkt hinter ihm war, doch sie entschied sich anders. Einerseits, weil sie keine Lust hatte den ganzen Abend ein Anhängsel zu haben und andererseits, weil sie ihrem Bruder nicht gleich in die Arme laufen wollte. Sie war schließlich hier um herauszufinden, was er so trieb und wenn er mitbekam, dass sie ihm hinterhergeschlichen war, dann würde sich das sicher schnell erledigen. Und falls er sie doch bemerken sollte, dann wollte sie wenigstens behaupten können, dass ihre Anwesenheit nichts mit ihm zu tun hatte.

Sie ging also um das Haus herum, mit langsameren Schritten, als sie gerne wollte, weil sie noch nicht an die hohen Schuhe, die sie neu gekauft hatte, gewöhnt war. Schließlich kam sie am Pool an, um den sich schon einige Teenager tummelten, sie jedoch machte einen großen Bogen, als sie daran vorbei ging. Schließlich kam sie an einer überdachten Terasse an, wo sie sich auf eine Bank setzte. Hier war noch nicht allzuviel los und man konnte sowohl den Pool, als auch den Hintereingang des Hauses recht gut überblicken. Also saß sie alleine da und wartetete ....

Gott, sie hatte das Gefühl mit jeder Minute in der sie hier war, ohne dass etwas passierte wurde sie aufgedrehter und so stand sie nach wenigen Minuten schon wieder auf und sah sich um. Noch war es zu früh, um nach drinnen zu gehen. Doch vielleicht fand sie ja etwas, mit dem sie sich die Wartezeit ein wenig versüßen konnte. Nur wenige Meter von ihr entfernt, stand jedenfalls jemand der aussah, als würde er das was sie wollte haben. Ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, ging sie also zu ihm. "Hi!" sagte sie und blickte ihn mit großen Augen und einem Lächeln im Gesicht an. Der Typ nahm einen Schluck von seinem Ale, bevor er ihr Lächeln und ihr "Hi" erwiderte und sie von oben bis unten musterte, ehe sein Grinsen noch breiter wurde. "Kann ich dir irgendwie helfen, Süße? Bist du allein hier? Ich hab dich noch nie gesehen" Seine Worte klangen nicht abfällig oder skeptisch, sondern vielmehr sehr interessiert. Woran war noch nicht gänzlich deutlich. "Ich hab gehört, das hier ist eine Party, auf der man ein wenig Spaß haben kann! Da dachte ich, schau ich mal vorbei. Willst du mir helfen, Spaß zu haben?" sagte sie schnell aber leise und griff mit ihren Fingern in ihren Bh, aus dem sie zwei 50 Pfund Noten hervorzog. Er würde schon wussen, was sie meinte.
[Bild: OwAIar5F.png]

Goose von Sherlock: In der sich nächst bietenden Gelegenheit wirst du von einer Hausspinne hinterhältig angefallen.

Scherz... Du hast sie irgendwie irgendwo im Hause oder wo immer du grade warst mitgeschleppt und nun krabbelt sie dir über ein unbedecktes Körperteil, sodass du sie bemerkst und entsprechend reagierst.
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#8
Er liebte es diesen Wagen zu fahren. Die unverschämt vielen PS die er da kontrollierten waren genial. Oft fuhr er schneller als die Geschwindigkeitsbegrenzung es eigentlich zuließ doch wenn keine Polypen in der Nähe waren kümmerte es ihn kein Stück. Die Fahrt dauerte recht lang und er kam sich fast so vor als wenn sie einen ganz anderen Teil Englands gefahren wären doch als sie ankamen wirkte es wieder so ähnlich wie in der Wohngegend der Moriatys. Es waren wieder diese Suburbs die die Snobs so liebten, irgendwie waren sie am Puls der Zeit und fühlten sich cool weil sie in der Hauptstadt lebten aber nicht dem ganzen Schmutz ausgesetzt waren. Solche Menschen nahmen sich halt immer nur das raus was sie wollten. 

Als sie dann endlich angekommen waren und beide ausstiegen gab Jim nochmal einen kleinen Lageplan. Es waren seine klaren und kurzen Ansagen die ihre Zusammenarbeit so erfolgreich machten. So gab es kein Chaos und beide wussten was der jeweils andere machte oder machen wollte. Sebastian sah wir Jim sich ne Fag ansteckte und er machte das gleiche. Eigentlich keine gute Eigenschaft wenn man sportlich werden wollte aber früh bekam er mit das jeder Soldat rauchte. So zog er seine Schachtel Benson&Hedges aus seiner Brusttasche und zog eine Kippe mit den Zähnen aus dem Softpack. Sein Benzinfeuerzeug hatte er von seinem Vater erhalten als er 16 Jahre alt gewesen war. Der markante Geschmack von Benzin und Qualm füllten Rachen und Lungen. Er hielt seine Zigarette immer sehr weit oben in den Fingern so das fast seine ganze Hand seinen Mund verdeckte. Sie standen so nebeneinander und bliesen beide die blauen Rauchwolken aus währen Jim sagte wie sie vorgehen wollten.

"Nein manchmal muss man auch ein wenig warten bis der Spaß zu einem kommt." Er zog seine rechte Hälfte seiner Lippen zu einem halben Lächeln als Jim seine kleinen Mathejonglage aufsagte. Jim wusste mittlerweile wie Sebastian vorging und eine kleine Vorliebe für Knochenbrüche hatte. Es lag nicht nur daran das sie sehr schmerzhaft waren, das konnte Schläge nämlich auch sein, sonder auch besonders daran das man lange was von ihnen hatte. Wie eine kleine Notiz die er hinterließ, etwas andauerndes Geschenk von Sebastian Moran. "Es gibt noch ein paar Knochen die ich lernen musst da könnte ein Freiwilliger nicht schaden" witzelte er zynisch. Das sie das Koks schnell unter die Leute kriegen würden war von Anfang an klar. Koks an reiche Kinder verkaufen war alles andere als eine Herausforderung, es war eher so als wenn man Süßigkeiten an Kleinkinder verteilte, sie würden ihn wahrscheinlich das Koks aus den Händen reißen. Doch das zweite Ziel war wirklich interessant. Auch wenn es sich einfach war jemanden einfach mal durchzulassen konnte man das aber auch verkacken. Zum Beispiel wenn man sich verriet. Aber das taten sie nie. Sie beide wussten wie man sich verdeckt hielt. Da Jim jetzt auch noch gute Laune hatte musste der Abend einfach super werden. 

Als sie beide aufgeraucht hatten gingen sie Richtung Eingang. Billiger Techno war wohl wie die Volksmusik dieser Schwuchteln. Er hasste Techno wirklich und wünschte sich in solchen Situationen immer das sie in Pubs oder so ihr Zeug vertreiben würden. Aber die Leute die in Pubs abhingen waren nicht gerade die Sorte Mensch die Koks nahm. Pott rauchten sie vielleicht aber nahmen nicht diese Snobdroge Koks. Die waren Sebastian aber auch weit aus liebere Zeitgenossen als diese schnieken Schnösel. Er passte auch überhaupt nicht in das Bild und war eigentlich nur geduldet weil er a.) so groß war das ihn keiner rausschmeißen würde und b.) ein Freund von Jim war. Alle liefen hier mit Anzügen herum oder zumindest irgendwelchen anderen Markensachen. Die Socken der meisten hier waren wahrscheinlich teurer als sein ganzes Outfit. Wie immer trug er ein enges T-Shirt, eine BDU Hose und Army Stiefel. Da er heute eine gewisse "Ladung" transportieren musste hatte er noch eine Olivgrüne MTP Jacke der britischen Armee. So ganz anders als alle anderen anwesenden. 

Sebastian folgte Jim wortlos. Bis einer von beiden es Sinnvoller finden würde sich zu trennen folgte er Jim. So konnte Jim auch das Reden übernehmen und er musste sich nicht mit diesen Idioten abgeben. Der erste Idiot kam auch gleich als Begrüßungskomitee. Man konnte auf mehrere meter riechen das dieser schon länger auf der Party war. Das war gut so das die Party schon eine Zeit lang lief, alle waren schon in Feierstimmung und Besoffene waren die besten Kunden. Naja ganz besoffen konnte auch gewisse Probleme mit sich bringen, wie zum Beispiel Selbstüberschätzung aber so weit war es wahrscheinlich noch nicht. Ihnen wurden Getränke angeboten und wenn Sebastian heute nicht hätte "arbeiten" müssen so hätte er nur zu gerne zugegriffen. Die Posh hatten zwar keine Ahnung vom Essen und aßen nur etwas weil es selten oder teuer war aber bei Scotch hatten sie den richtigen Riecher. Doch war es jetzt wichtig das er komplett nüchtern blieb. Sebastian sagte kein Wort zu dem Betrunkenen und würde heute auch es versuchen zu vermeiden überhaupt etwas zu sagen. Vielleicht würde er ein zwei Worte mit Dustin wechseln wenn er diesen sah.
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#9
"Nein, danke.", sagte Jim in dem liebenswürdigstem Tonfall den er besaß und warf Sebastian einen kurzen Blick mit hochgezogenen Augenbrauen zu. Liebenswürdigkeit musste er noch üben. "Sebastian auch nicht.", setzte er nach und feixte den Soldaten-Jungen an, der einfach gar nicht auf die Einladung von Collin reagiert hatte. Seb trank gern. Seb trank sehr gern. Aber er nie bei einem Job. Noch etwas, was Jim sehr gut an ihm gefiel.
 
Jim streifte sich den dunklen Mantel vom Körper und warf ihn achtlos über einen Stuhl, griff in die Hosentasche seiner schwarzen Hose und zog ein Päckchen Kaugummi hervor.
Nun hieß es warten. Man durfte keine Hektik machen, keine Unruhe in die Menschenmasse bringen. Sie sollten das Gefühl haben, dass dies hier der entspannteste Ort der Welt war, nur dann würden sie nach einiger Zeit wie Kakerlaken aus den dunklen Ecken gekrochen kommen und sich an sie wenden. Jim schob sich schweigend einen Kaugummi in den Mund und zerbiss ihn langsam mit den Vorderzähnen. Das typische Krachen, dann der Geschmack von Pfefferminze. Er atmete tief ein.
Es musste sich jetzt langsam herumsprechen, dass sie da waren. Die Menschen brauchten ein wenig Zeit von ihnen zu erfahren. Dann würden sie ganz wie zufällig durch den Raum laufen und abchecken, ob wirklich die Dealer - Jim schnalzte missbilligend die Zunge bei dem Begriff, er war so ordinär - da waren. Dann würden sie sie beobachten. Und erst dann würden sie sich langsam an sie anschleichen, sie in ein anderes Zimmer bitten oder in ein scheinbar harmloses Gespräch verwickeln und die Ware fordern. Verhaltensweisen, die sie so nie an den Tag legen würden. Mit Jim und Sebastian gab man sich nicht gern ab - Sie waren merkwürdig, zumindest für die dummen Gewächse unter ihnen, sie waren unheimlich. Aber sie hatten guten Stoff, deshalb lud man sie auf Partys ein, tat so, als wäre man an ihnen interessiert. Als wären sie Freunde. Jim schüttelte verächtlich, in Gedanken versunken, den Kopf und schob den Kaugummi mit der Zunge zwischen die Backzähne. 
Es war jedesmal das selbe Spiel. Diese "Geheimhaltung" hatte Jim noch nie verstanden. Schließlich waren die Jugendlichen dumm, erzählten sich gern, wo her sie welches Zeug hatten, und zogen sich, wenn die der Abend sich dem Ende zuneigte und alle zu high waren, um sich noch zu kümmern, vor einander sein Kokain in die Nasen.
Aber nun. Sollten sie ihren Willen haben. Hauptsache, James bekam seinen.

Jim wanderte durch den Raum und nickte, scheinbar freundlich, einigen Leuten zu die seinen Namen riefen oder ihn auch nur ansahen, von seiner Existenz Kenntnis nahmen, bis er sich schließlich auf das unbelebte Ende des Ledersofas gleiten ließ.
Er sah hoch und warf seinem Freund einen Blick zu, der genau seine Verachtung widerspiegelte, lächelte dabei aber, sodass es etwas Seltsames bekam. "Komm, Tiger.", formte er tonlos mit den Lippen, leckte sich über selbige, und rollte sich den einen Ärmel seines schwarzen Hemdes hoch.

Jim legte den Kopf in den Nacken und suchte mit dem Blick Dustin. Das eigentliche Ziel. Aber er sah ihn nicht.
"Noch nicht da?", murmelte er leise in Richtung Sebastian - Obwohl er wirklich nicht leise sprechen musste. Die "Musik" und das Gekreische der Gäste waren laut genug, als dass Jim Sebastian von Carl Powers hätte erzählen können und niemand nur Notiz davon genommen hätte.

"Hey! Hey yo!" Ein kräftiger Klaps holte Jim in die Gegenwart zurück. Er erstarrte wie vom Donner gerührt, drehte dann den Kopf langsam zu der Hand, die auf seinem Oberarm, welchen er über die Lehne des Sofas drapiert hatte, gelandet war und verfolgte sie über den Arm zu ihm Besitzer.
"Moriarty!", brüllte der Junge, der anscheinend gar nicht bemerkte, dass diese Art des Begrüßens nicht auf Gegenliebe stieß. Jim kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen und zupfte mit Spitzenfigern die Hand von seinem Oberarm, als ob er ein Insekt beseitigen würde.
Er drehte den Kopf, sah Sebastian an und zischte zwischen den Zähnen hindurch: "Selber Deal.", anspielend auf die 5 Pfund pro Knochen. Dann wandte er sich wieder dem Jungen zu. "Und du bist ...?", fragte Jim, sichtlich angestrengt nicht zu explodieren und strich sich bereinigend über die Stelle des Hemdes, wo er schwören könnte, einen Handabdruck zu sehen.

Der Junge lachte. Kurze, rötliche Haare verrieten ihn als Engländer der ersten Stunde, die schiefen Zähne taten ihr übrigens. Sicher besaß er auch viel Geld, denn seine Markenklamotten und die Echtgold-Kette um seinen Hals waren teuer und eindeutige Statussymbole. Wieso richtete er sich dann nicht die Zähne? Jim würde Menschen nie ganz verstehen.
"Liam! Eine Stufe unter euch.", erklärte der Junge und lachte nochmal. Diese großen, weit voneinander entfernten, gelben Zähne machten Jim verrückt, und er konnte nicht anders als sie unentwegt anzustarren.
"So.", machte Jim dumpf und warf einen sich-vergewissernden Blick zu Sebastian, dem der Junge folgte und grüßend die Hand hob. "Hey, Moran! Auch da! Klar, is klar, passt bei euch, nicht? Wie geht's alles, fit?"

Liam beugte sich verschwörerisch zu ihnen herab und Jim beobachtete fasziniert, wie die gelben Zähne größer wurden, schob sich unbewusst den Kaugummi von der einen Backentasche in die andere. "Sagt mal, Jungs.", sagte Liam mit gedämpfter Stimme und einem geheimniskrämerischem Unterton. "Man erzählt sich so einiges ... Es heisst, ihr wisst, wie man feiert? Ich bin auf jeden Fall cool." Er zwinkerte und klopfte sich leicht auf die Gesäßtasche, die ein dumpfes Geräusch von sich gab und verriet, dass in ihr ein Portmonnaie steckte.
It is not my intention to be fulsome, but I confess that I covet your skull.
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#10
Sebastian sah Jim leicht irritiert an als dieser ihn mit hochgezogenen Augenbrauen ansah aber wusste dann was der Blick sollte als Jim auch für ihn das Getränke ablehnte. Er dachte das in solchen fällen Schweigen eigentlich Aussage genug war aber die Etikette forderte ja immer das geheuchelte bitte und danke was im Grunde keiner ernst meinte. In dieser Welt gab es sowieso so viel Verlogenheit und da waren die Manieren das kleinste übel. 

Nie im Leben wäre er freiwillig auf so eine Party gegangen. Er feierte gerne, trank gerne und grub gerne Mädchen an aber das hier war mehr ein Who is Who anstatt einer richtige Party. Sie soffen zwar alle und waren so wild auf weißes Pulver das sie fast alles was weiß war durch eine fünfzig Pfund Note schniefen würden, aber dennoch fehlte hier merklich die Ehrlichkeit. Er gehörte einfach nicht hier her er war wie jemand der gerade vom Rugby kam und aus versehen auf einer Beerdigung gelandet war. 

Sebastian versuchte sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren und "scannte" die Umgebung. Wenn er diesen Dustin hier sehen würde dann könnte er schon mal sehen mit wem er so abhing. Bei manchen Schülern wusste er was sie so nach der Schule trieben und meistens unterhielt man sich ja mit Leuten mit denen man auch außerhalb der Schule abhängte. Doch noch konnte er ihn nicht sehen aber der Abend war ja noch jung und sie waren gerade einmal in zwei Räumen. 

Er folgte Jim durch den Raum der voller verkoksten Nasen war, genau das richtige Publikum. Kokser konnte man immer sofort erkennen, sie waren aufgedreht und fummelten sich oft im Gesicht rum. Hier würden sie ihren Stoff schon fast verteidigen müssen. Sie kamen an einem großen Ledersofa an und Jim sagte zu ihm das sie sich setzen sollten. Eigentlich stand Sebastian in solchen Situationen immer lieber doch sie mussten erstmal mit ihrer Umgebung verschmelzen, dazu gehören. Die Leute mussten denken das sie ihnen vertrauen konnten, irgendwann würden sie so oder so zu ihnen kommen da viele wussten was sie anzubieten hatten aber so konnte man ganze ein wenig beschleunigen. So setzte er sich aufrecht und breitbeinig neben Jim, die Couch war so groß das seine Knie Jim nicht berührten. Außerdem nannte er ihn Tiger, ein Titel den er schon früh von Jim bekommen hatte. Das gab ihm immer das Gefühl das sein Kamerad genau wusste zu was er in der Lage war.

Sebastian schüttelte den Kopf als sich Moriaty nach Dustin erkundigte "Zumindest noch nicht gesehen." sagte er ruhig. Da zeigte sich wieder der Vorteil alles vorher zu planen. Hätten sie sich eben noch ausgetauscht dann hätte er unmöglich wissen können was das "Noch nicht da?" bedeuten sollte aber so gab es keine Zweifel.

Im Augenwinkel sah er wie sich jemand auf Jim zubewegte und diesem dann unvermittelt auf den Oberarm schlug. Sebastian kniff leicht die Augen zusammen denn er wusste genau wie Jim solche Gesten aufnahm. Normale Menschen würden das als Geste der Freundschaft und Vertrautheit sehen, aber nicht so Jim. Dieser kleine Fehler kam fast einem Todesurteil gleich und sein Sitznachbar bestätigte schnell seine Befürchtung. Den gleichen Deal? fragte sich Sebastian. Oh man Jim sollte man echt nicht auf die Füße treten bei seiner Geduld. Aber dieser kleine Ginger hatte es auch irgendwie herausgefordert. Als sich der kleine als Liam vorstellte hatte er gerade keine Vorstellung wer das denn sein sollte, aber egal er schien auch Sebastian zu kennen. Da konnte er jetzt mal seine "Manieren" zeigen. Sebastian stand auf und griff verschmitzt lächelnd nach Liams Hand. Sein Griff war hart, aber nicht zu hart. Mit seiner linken Hand gab er ihm einen Klaps auf die Schulter, nicht so hart das dieser aus dem Gleichgewicht kam aber das er mit Sicherheit einen schönen Abdruck hatte. Sebastians "Klar alles fit bei mir und bei dir?" ließ es so wirken wie es wirken sollte, eine herzhafte Begrüßung und keine Drohung. Die Drohung mit Quittung gab es später. Jim hatte ja gesagt das sie kein Aufsehen erregen wollten.

Sebastian setzte sich wieder neben Jim und sah diesen an und fragte "Spaß hat man mit uns immer oder ?" das sollte wie eine kleine Bestätigung wirken das er sich Gesicht und Auftrag gemerkt hatte. "Ist er cool?" fragte er Jim und verschränkte die Arme vor der Brust.
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